Das Taurusgebirge

Viele Türkei-Urlauber nehmen den Anblick des imposanten, sich über eine Länge von knapp 1.000 Kilometer erstreckenden Taurusgebirges nur vom Strand ihres Feriendomizils aus wahr, ohne jemals einen Fuß in das System von Gebirgsketten zu setzen, das an seiner höchsten Stelle mit dem Berg Demirkazik Tepesi in der Region Nidge eine Höhe von 3.756 Metern aufweist.

Im schroffen Taurusgebirge, das von den Einheimischen Toros Daglari genannt wird, offenbaren sich Besuchern kostbare archäologische Schätze aus der umkämpften Zeit der Antike und eine facettenreiche Landschaft, die wild und unberührt erscheint. Das Taurusgebirge zieht sich vom Süden der Türkei bis hin zum Vansee im Osten des Landes, zugleich auch größter See der Türkei. Ein Großteil der Bergketten dieses Faltengebirges verläuft entlang der Mittelmeerküste und bietet Urlaubern, die sich zum Beispiel in den Ferienregionen rund um Antalya oder Kemer aufhalten, die Gelegenheit zu ausgiebigen Wanderungen, die aber immer in Begleitung eines ortskundigen Führers vorgenommen werden sollten, da im Taurusgebirge sehr häufig mit einem plötzlichen Wetterumschwung zu rechnen ist, auch im Sommer.

Klimatisch ideal für Touren durch das Ursprungsland der Flüsse Euphrat, Tigris und Göksu sind das Frühjahr und der Spätsommer. In diesen Monaten brennt die Sonne nicht ganz so heiß vom Himmel, obwohl Sie unterwegs reichlich Gelegenheit finden werden sich abzukühlen. Im Taurusgebirge finden sich eine Reihe von unterirdischen Flüssen und Wasserfällen wieder. Zum Beispiel die Düden-Wasserfälle in der Gegend von Antalya. Tosende Wassermassen stürzen sich in die Tiefe und sammeln sich in einem kristallklaren See. Ein spektakulärer Anblick. In dieser Region verläuft auch der Lykische Weg, ein knapp 500 Kilometer langer Weitwanderweg, der sich von Fethiye bis nach Antalya erstreckt. Entlang dieser ehemaligen Reiseroute der Handelskarawanen werden Sie eine Reihe von historischen Stätten und interessanter Ortschaften erblicken können.

Wander- und Trekking-Freunde werden eine Vielzahl an Wanderrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade vorfinden, die zum Teil in einer Höhe von bis zu 3.000 Metern verlaufen, häufig durchzogen von wilden Schluchten und zahlreichen Tälern. Viele, tief in das Gebirgsmassiv gehende Höhlen wecken die Abenteuerlust. Entspannter können Sie es an den Ufern der zahlreichen Gebirgsseen angehen lassen, die zum Verweilen und Baden animieren.

Weniger sportliche Naturen können einen Teil des Taurusgebirges mit der Bagdadbahn durchqueren. Diese Eisenbahnlinie passiert zahlreiche enge Schluchten und Tunnel, überwindet auf ihrer Fahrt von einem Hochplateau bis hin zum Mittelmeer einen Höhenunterschied von knapp 1.000 Metern, dabei die schon von Kreuzrittern benutzte kilikische Pforte durchquerend, die vor allem im Schein der untergehenden Sonne einen schönen Anblick bietet.

Das Taurusgebirge ist eine enorm facettenreiche Landschaft, die sicherlich zu den schönsten der Türkei zählt.