Istanbul

Die türkische Metropole Istanbul liegt auf beiden Seiten der Bosporus-Meerenge, diese trennt den europäischen vom asiatischen Kontinent. Damit ist Istanbul die einzige Großstadt der Welt deren Stadtgebiet sich über zwei Kontinente erstreckt. Istanbul ist mit knapp 14 Millionen Einwohnern nicht nur die größte Stadt der Türkei, sondern auch deren wirtschaftliches und kulturelles Zentrum.

Da Istanbul bereits vor mehr als 3000 Jahren gegründet wurde, gilt es zudem als eine der ältesten Großstädte der Welt. So wurde Istanbul bereits um 650 vor Christus als griechische Kolonie auf der europäischen Seite des Bosporus gegründet. Die Stadtgründer nannten ihre Kolonie zunächst Byzantion. Unter der späteren römischen Herrschaft wurde die Stadt in Konstantinopel umbenannt, sie wuchs unter ihnen schnell und wurde prächtig ausgebaut. An die antiken Wurzeln der Stadt erinnern die Überreste des Hippodroms, der antiken Pferderennbahn von Konstantinopel, die auf dem heutigen Sultanahmet-Platz zu sehen sind.

Des weiteren wurde unter dem römischen Kaiser Justinian mit der Hagia Sophia eines der Wahrzeichen der Stadt errichtet. Der imposante Kuppelbau der Hagia Sophia, der von vier Türmen umgeben ist, war Krönungskirche der Kaiser des byzantinischen Reiches und über lange Zeit das Zentrum der orthodoxen Kirche. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wurde die Hagia Sophia als Moschee genutzt. Heute beherbergt das beeindruckende Gebäude ein Museum.


Im Mittelalter war Konstantinopel Hauptstadt des byzantinischen Reiches und Sitz der Kaiser von Byzanz, damals gehörte die Stadt zu den wichtigsten kulturellen Zentren Europas. Nach der Eroberung durch die Osmanen und dem langsamen Niedergang des osmanischen Reiches verfiel auch Konstantinopel zunehmend und geriet in Vergessenheit. Wer sich für die Geschichte Istanbuls unter der osmanischen Herrschaft interessiert, sollte sich das Museum im Topkapi- Palast, dem einstigen Herrschersitz der Sultane des osmanischen Reiches, nicht entgehen lassen. Der aus mehreren Blöcken bestehende Palast beherbergt heute ein Museum mit Ausstellungsstücken aus der Zeit der Herrschaft der Osmanen.


In der modernen Türkei hat Istanbul seine alte Bedeutung wiedererlangt. Die Stadt ist zwar nicht mehr Hauptstadt, wächst seit den 1950er Jahren jedoch kontinuierlich und hat sich zu einem beliebten Ziel für Touristen entwickelt. Istanbul ist aber nicht nur eine Stadt mit langer Geschichte, sondern auch ein Schmelztiegel der Religionen und Kulturen. So stößt man in der gesamten Stadt sowohl auf Moscheen als auch auf christliche Kirchen und jüdische Synagogen. Obwohl heute die große Mehrheit der Einwohner Moslems sind gibt es immer noch bedeutende christliche und jüdische Minderheiten, die die Kultur der Stadt mit prägen.